Kochen

In den letzten Jahren habe ich kochen gelernt. Ich dachte schon früher ich könnte kochen, aber Fischstäbchen auf eine TK-Pizza legen und in einem nicht vorgeheizten Ofen mit extra Käse zu backen hat mir irgendwann nicht mehr gereicht. Das hat mit meiner Haltung und dem Lernen rund um Ernährung zu tun, aber auch weil ich in einer WG lebe, in der die Grundqualität des Gekochten der andren absolut absurd ist. Dazu den Fakt, dass ein Kind in der WG lebt und ich wusste, ich möchte besser werden um besser einen Beitrag zur Gemeinschaft zu leisten. 

Irgendwann ist kochen von der Notwendigkeit zum Hobby gesprungen. Ich habe Fragen gestellt, mit Rezepte angeguckt und probiere immer mal wieder neue Lebensmittel. Inzwischen habe ich ein gutes Repertoire und kann auch so einiges improvisieren. Ich habe Spaß daran. Und es ist Selbstzweck, denn ich liebe auch gut zu essen. 

Das tolle an so einem Hobby ist, dass wenn mensch es ganzheitlich betrachtet, darin auch wieder Wissen, Thesen und Haltungen für andere Bereiche stecken können. Hier also vieles was ich beim Kochen gelernt habe, aber auch für die Kunst passend finde. 

- Ich kann am besten arbeiten, wenn ich alle Werkzeuge und Zutaten vorher rauslege und vorbereite
- Es ist sinnvoll Zutaten einmal auch roh zu probieren um eine Idee von ihnen zu bekommen
- Alles wird besser, wenn es vorher sauber gemacht wird
- Im selben Rezept eine einzelne Zutat zu wechseln verändert das Ergebnis komplett
- Der Geschmack entscheidet sich nicht nur durch die Zutaten, sondern auch in welchen Mengen/Verhältnissen sie zu einander stehen
- Etwas nach fremden Rezept kochen erlaubt einen eigenen Stil zu finden
- Was serviert werden soll, wird vorher probiert

All diese Sachen kann ich auch auf das Machen von Kunst anwenden. Den Arbeitsplatz und das Material vorbereiten. Jeden Schmutz, jede Störung beseitigen. Einzelne Techniken für sich testen, aber auch mit unterschiedlichen andren mischen um zu schauen was passiert. 

Natürlich funktioniert das nicht nur fürs Kochen, und genau deshalb mache ich diesen Gedanken auf: Was sind Lehren aus deinem Hobby, die du vielleicht auch auf deine Kunst anwenden kannst? Denn wenn du Kunst machst und Künstler*in bist, ist jede Handlung Teil deines kreativen Prozesses.

Guten Appetit!

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